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      Hausarzt zentrierte Versorgung

Für die meisten Menschen ist es eine Selbstverständlichkeit: Wenn sie Fragen zu Gesundheit und Wohlbefinden haben, ein Angehöriger oder sie selbst erkranken, wenden sie sich an ihren Hausarzt. Schnell und kompetent wird ihnen in der Praxis geholfen. Zwischen 80 und 90 Prozent aller Fälle werden dort abschließend behandelt. Keine Frage, der Hausarzt nimmt im deutschen Gesundheitswesen eine zentrale Rolle ein. Doch das gut funktionierende hausärztliche Versorgungssystem gerät derzeit in eine gefährliche Schieflage. Der Grund: Der ärztliche Nachwuchs bleibt aus. Schwierige Arbeitsbedingungen und eine teilweise ungenügende Honorierung lassen den Beruf wenig attraktiv erscheinen.

 

Um dieser Entwicklung gegenzuwirken, hat der Gesetzgeber den Krankenkassen bereits 2005 vorgeschrieben, ihren Versicherten ein Modell zur Hausarztzentrierten Versorgung anzubieten. Die Teilnehmer wählen dabei einen Hausarzt als festen Ansprechpartner für alle Gesundheitsfragen aus. Egal, ob es um Durchfall, Rückenschmerzen oder um eine kleine Wunde geht, immer führt der Weg zuerst zum Hausarzt. Dieser nimmt sich des Problems an und überweist, wenn nötig, weiter.

Mit der Umsetzung der Vorgaben ließen sich die Krankenkassen jedoch viel Zeit. Zu viel, entschied der Gesetzgeber vor einem Jahr und setzte ihnen kurzerhand eine Frist. Bis zum 30.Juni 2009 sollten die Krankenkassen Verträge abschließen. Als Verhandlungspartner dürfen nur Organisationen auftreten, die mehr als 50% der niedegelassenen Hausärzte in einem gebiet vertreten. Diese Anforderung erfüllt in Bayern bislang lediglich der Bayerische Hausärzteverband.

 

 Textübernahme von "Hausarzt - Patientenmagazin"

 

 

Zwischenzeitlich sind bis auf wenige BKKen alles Kassen dazu übergegangen (zum Teil ungerne) das Hausarztmodell anzubieten.

  Patentenvorteile der Hausarztzentrierten Versorgung:
 

Mit der Teilnahme an einem Hausarztmodell sichern sich Versicherte dauerhaft ihre gewohnte wohnortnahe hausärztliche Versorgung.

Der Hausarzt behält den Überblick über die gesamte Behandlung. Wenn nötig, schaltet er Fachärzte ein und koordiniert Krankenhausaufenthalte.

Alle Behandlungsdaten laufen beim Hausarzt zusammen, so dass teure und zeitaufwendige Doppeluntersuchungen sowie unnötige Klinikaufenthalte vermieden werden.

Durch den Abbau bürokratischer Hürden bleibt dem Hausarzt mehr Zeit für die Patientenversorgung.

Der Hausarzt erinnert Teilnehmer an anstehende Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen.

Teilnehmer haben Anspruch auf zusätzliche Gesundheitsleistungen, beispielsweise (vorerst aber nur für Patienten der AOKund LKK) eine Vorsorgeuntersuchung jährlich anstatt alle zwei Jahre.

Die Qualität der hausärztlichen Versorgung verbessert sich, da der Arzt sich zu zusätzlichen Fortbildungsmaßnahmen verpflichtet.

 
 teilweise Textübernahme von "Hausarzt - Patientenmagazin"
verantwortlich für den Text: Dr.Ulf Müller, 14.8.2010