Masern
ist eine Kinderkrankheit und sollte
wenn schon, dann nur in der Kindheit
durchgemacht werden. Rechnet man
in den ersten 10Lebensjahren mit
einem bleibenden Schaden bei 1 von
10 000 Erkrankten, so verschiebt
sich das Risiko bei Erwachsenen
auf 1:1000. Bei der letzten Epidemie
in Erding (1998) musste ich fast
alle betroffenen Erwachsenen stationär
einweisen. Somit sind spätestens
im 10.Lebensjahr 2 Impfungen fällig.
Auch Erwachsene, die oder deren
Eltern sich nicht an Masern erinnern
können, sollten sich durch
die Impfung schützen.
Dennoch
einige kritische Gedanken gegen
die frühe Impfung: :
Geimpfte
Mütter geben keinen Nestschutz
an ihre Säuglinge weiter mit
dem Risiko einer sehr frühen
Erkrankung.
Vielleicht
ist das der Grund dafür, dass
in den stark schutzgeimpften USA
die Erkrankungen mit einem 10fach
höheren Hirnhautentzündungs-Risiko
einhergehen.
Aus
epidemiologischen Gründen wird
es trotz / durch die Verbreitung
der Masern-Impfung starke Ausbrüche
geben, die mit höheren Komplikationsraten
Säuglinge, ältere Erwachsene,
Ungeimpfte und "Impfversager"
betreffen (Erfahrung aus den USA).
Von
Impfbefürwortern immer belächelt
ist das Argument, das durchgemachte
Masern gut für das Immunsystem,
die Entwicklung und ein vermindertes
späteres Tumorrisiko sind.
Mehrere Langzeitstudien ergeben
hierfür deutliche Hinweise.
Inzwischen
gibt es aber nicht nur medizinische
sondern auch soziale Einflüsse
auf die Impfungen: Die Epidemie
in Coburg von 2002 hat gezeigt,
dass ein starker Druck von Seiten
der Presse, den Krankenkassen, den
reinen Schulmedizinern und vielen
Eltern entsteht. Hat man früher
die Betroffenen belächelt und
bemitleidet ("die Armen"),
entstehen jetzt Schuldzuweisungen
("Ihr seid schuld an der Ausbreitung").
Vielleicht ist dieser öffentliche
Druck finanzpolitisch gewollt um
das Ziel einer 95%igen Durchimpfung
zu erreichen.
Einige
Kindergärten gehen jetzt dazu
über eine Masern-Mumps-Röteln
Impfung zu "verlangen".
Dies ist aus Sicht der Erzieherinnen
auch verständlich, müssen
sie doch im Erkrankungsfall die
Kritik aller anderen Eltern ertragen.
Auch einzelne Kinderärzte spielen
sich inzwischen mit dem Gedanken,
den Schulbesuch mit einer Pflichtimpfung
(Masern, Mumps, Röteln, Diphtherie)
zu kombinieren.
Den
öffentlichen
Druck wird man bei den nächsten
Krankheitsfällen in Erding
erleben und aushalten müssen.
Einige Studien weisen daraufhin,
dass durch die breiten Impfprogramme
die Komplikationsrisiken für
Ungeimpfte deutlich höher sind,
als vor Einführung der "Schutzprogramme".
Dieses und der sicher mindestens
2 Wochen dauernde Verlauf der Masern
führen zu meiner Empfehlung:
eine
Impfung mit Auffrischung spätestens
kurz vor Schulbeginn, spätestens
zum Ende der Kindheit (10.Lebensjahr).
Nachtrag:
Von über 1100 Erkrankten in
Coburg kamen 43 zur stationären
Behandlung mit mittelschweren Komplikationen
wie Mittelohr- und Lungenentzündungen.
Schwere Fälle, bleibende Schäden,
Hirnhautentzündungen oder sogar
Todesfälle traten nicht auf.
Also alles in allem eine Masernepidemie
wie schon seit Jahrhunderten.
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